Prüfprozess

Biosphärengebiet

Allgäu

Oberschwaben

Bildung für nachhaltige Entwicklung in unserer Region

Auch dieses Jahr war das Prozessteam Biosphärengebiet mit einem Messestand auf der Oberschwabenschau in Halle 9 („Grüner Pfad) vertreten. Entsprechend dem allgemeinen Trend, war der Besucherandrang an allen Messetagen sehr hoch.

Besucherattraktion „Lego-Biosphärengebiet im Kleinformat“

Als richtiger Anziehungspunkt stellte sich das aus Legos geschaffene Biosphärengebiet im Kleinformat heraus. Gewerbe, Wohnen, Landwirtschaft, Forst, Naturschutz, Gewässer und Verkehr nebeneinander veranschaulichten ein Biosphärengebiet im Kleinformat. Während die jüngeren Besucher staunend stehen blieben und zu spielen begannen, kam es zu vielen interessanten Gesprächen mit Eltern und Großeltern. Es zeigte sich, dass das Thema Biosphärengebiet zwischenzeitlich zwar in der Breite der Gesellschaft angekommen ist, jedoch noch eine Vielzahl an Fragen bestehen. In vielen Gesprächen konnte dargelegt werden, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Entwicklung keine Gegensätze sind, sondern in Zukunft sich gegenseitig beflügeln können. Beispiele hierfür sind Pflanzenbestände (Paludikultur) aus Moorgebieten als Rohstoffe für die Industrie.  

Messebesucher schauen das Legemodell eines Biosphärengebiets an

Lobende Worte und kritische Sichtweisen

Insbesondere aus dem Bereich Land- und Forstwirtschaft gab es zum einen viel Zuspruch für Vorhaben, die in einem Biosphärengebiet möglich sind. Die Notwendigkeit von Bildung für nachhaltige Entwicklung, fand sehr viel Anklang neben Themen wie Besucherlenkung im Freizeit- und Tourismusbereich und der Bewirtschaftung von Moorflächen.

Zum anderen kamen Bedenken zum Tragen, inwiefern Bedingungen, die für die Bewirtschaftung in Pflege- und Entwicklungszone zum Zeitpunkt der Erstellung einer Verordnung gelten, auch mittel- und langfristig Bestand haben. An dieser Stelle wurde seitens aller Mitarbeitenden am Stand des Prozessteams noch einmal betont, dass im Gesamtprozess und bei den verschiedenen Planungen diese Bedenken ernst genommen und berücksichtigt werden.

Leider wurde aus einigen Gesprächen deutlich, dass viele Gerüchte im Umlauf sind, die mit einem Biosphärengebiet in Verbindung gebracht werden, obwohl es hierfür keinen Bezug gibt. Ein solches Gerücht ist zum Beispiel, dass in einem Biosphärengebiet nur noch biologische Landwirtschaft erlaubt ist. Tatsache ist jedoch, dass alle Betriebsarten, ob konventionell oder biologisch, in einem Biosphärengebiet erwünscht sind.

Anregungen und Ideen

Sehr erfreulich waren auch die vielen Anregungen und Ideen, die seitens von Messebesucherinnen und -besuchern vorgebracht wurden. So wurde oft genannt, dass ein Biosphärengebiet vorangehen kann bei der Belegung von Hausdächern, Industriebauten und Parkplätzen mit Photovoltaikanlagen, um den Verbrauch wertvoller landwirtschaftlicher Flächen für Freiflächenphotovoltaikanlagen zu vermindern. Gleiches gilt für die verstärkte Nutzung/Umnutzung von Hofstellen in Dorfkernen bzw. ehemals landwirtschaftlich geprägten Dörfern.  Auch wurde seitens eines Landwirtes der Wunsch nach einem Freiwilligenprogramm für Pflegearbeiten geäußert.